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Dr. med. Hildegard Zündorf

Frauenärztin

HPV-Infektion

Was ist das?
Humane Papilloma-Viren (HPV) sind die weltweit am häufigsten sexuell übertragenen Viren. Sie sind die Auslöser von verschiedenen Krankheiten.
Seit etwas mehr als 10 Jahren bekannt, unterscheiden wir heute verschiedene Typen, von denen 4 Gebärmutterhalskrebs verursachen können und einige andere genitale Feigwarzen (Kondylome), Anal-und Peniskrebs auslösen.

Übertragung
Der Übertragungsweg ist fast immer der Sexualkontakt, wobei der Haut- und Schleimhautkontakt ausreichend ist. Kondome bieten keinen sicheren Schutz, eine nicht sexuelle Übertragung ist möglich. Es können Frauen, Männer und Kinder von HPV-Infektionen betroffen sein.
Pro Jahr erkranken in Deutschland ca. 6000 Frauen an Gebärmutterhalskrebs, ca. 3000 versterben daran. Bei ca. 50.000 Frauen werden jährlich sog. Konisationen (Gewebeentnahme vom Gebärmutterhals) durchgeführt (Altersstufe 15. - 44. Lebensjahr), 80% dieser Erkrankungen sind durch HPV ausgelöst, bei Vorstufen zu Gebärmutterhalskrebs finden wir zu 100% HPV-Infektionen.
Je jünger eine Frau ist und je mehr Sexualpartner sie hat, desto höher ist ihr Risiko, eine HPV-Infektion zu erwerben. Bildet sie körpereigene Antikörper, dann kann sie in 2/3 der Fälle das Virus abweisen. Aber ca 20% aller HPV-Infizierten bleiben positiv, d.h. diese Frauen gehören in eine Risikogruppe, wenn das Virus über Jahre nachzuweisen ist.

Konsequenz
Letztendlich muss man sagen, dass alle sexuell aktiven Frauen ihr persönliches Risiko mit einer kompetenten medizinischen Hilfe, z.B. der Frauenärztin abschätzen sollten. Zur Zeit gibt es noch keine geltenden Richtlinien der gynäkologischen Gesellschaften zur präventiven Vorgehensweise.
Nach der aktuellen gynäkologischen Expertenmeinung sollte aber jede Frau alle 2 - 3 Jahre einen (kostenpflichtigen) HPV-Test im Rahmen der Vorsorge machen. Ist der Test negativ und der Vorsorge-Abstrich ein Pap 1 oder 2, wird sie mit großer Sicherheit in den nächsten 2 - 3 Jahren nicht an Gebärmutterhalskrebs erkranken.
Ist der Test positiv, dann sollte sicherheitshalber ein Jahr lang ein Vorsorgeabstrich im Abstand von 3 Monaten erfolgen. Danach sollte jährlich der HPV-Test wiederholt und der Pap-Abstrich halbjährlich kontrolliert werden.

Wie schütze ich mich?
Wie eingangs gesagt wurde, schützt ein Kondom beim Sex nur unzureichend vor einer HPV-Infektion. Wer wirklich sicher sein will, muss über die seit Anfang 2007 zu Verfügung stehende Impfung gegen Gebärmutterhalskrebs nachdenken.
Die Impfempfehlung betrifft vor allem junge Frauen, die am besten vor dem ersten Sexualkontakt geimpft werden sollten. Empfohlen wird die Impfung allen jungen Mädchen ab 12 Jahren. Bis zum 18. Lebensjahr übernehmen alle Krankenkassen die Kosten der Impfung.
Aber was ist mit allen anderen Frauen? Auch hier gilt die Impfung als richtig und wichtig, sogar wenn die Frau bereits eine nachgewiesene HPV-Infektion mit einem der 4 Hochrisiko-Typen hat. Sie wird vor den anderen Typen geschützt sein und die Viruslast des vorhandenen Virus wird sinken.
Die Impfung ist kein Ersatz für die jährliche Krebsvorsorge, sondern ergänzt deren Aussage.

Fazit
Die praventive, also vorsorgende Maßnahme ist immer die richtige!
Wir empfehlen wie die Ständige Impfkommision in Deutschland die Impfung gegen HPV-Infektionen ab dem 12.Lebensjahr allen Mädchen und Frauen und fordern sie zur jährlichen Vorsorge-Untersuchung auf.
Alle Frauen, die älter als 18 sind, sollten über ihr persönliches Risiko nachdenken und die Kosten von ca 500 € innerhalb eines halben Jahres für 3 Impfungen nicht scheuen.
Für alle weiteren Fragen wenden Sie sich bitte innerhalb meiner Sprechzeiten an mich oder meine Assistentinnen. Wir beraten Sie zu Nutzen und Risiken der Impfung und impfen Sie und ihre jungen weiblichen Verwandten (Töchter, Nichten, Enkelinnen, Freundinnen) schnell und ohne lange Wartezeiten.
Bitte nutzern Sie die Leistungern der Krankenkassen, informieren Sie auch andere darüber, tauschen Sie Informationen aus!
Nur so erreichen wir mehr Frauen und erzielen vielleicht in den nächsten Jahren eine sinkende Krebsrate vor allem bei jungen Frauen!