Was
ist das?
Humane Papilloma-Viren (HPV) sind die
weltweit am
häufigsten sexuell übertragenen Viren. Sie sind die Auslöser von
verschiedenen Krankheiten.
Seit etwas mehr als 10 Jahren
bekannt, unterscheiden wir heute verschiedene Typen, von denen 4
Gebärmutterhalskrebs verursachen können und einige andere genitale
Feigwarzen (Kondylome), Anal-und Peniskrebs auslösen.
Übertragung
Der
Übertragungsweg ist fast immer der Sexualkontakt, wobei der Haut- und
Schleimhautkontakt ausreichend ist. Kondome bieten keinen sicheren
Schutz, eine nicht sexuelle Übertragung ist möglich. Es können Frauen,
Männer und Kinder von HPV-Infektionen betroffen sein.
Pro Jahr
erkranken in Deutschland ca. 6000 Frauen an Gebärmutterhalskrebs, ca.
3000 versterben daran. Bei ca. 50.000 Frauen werden jährlich sog.
Konisationen (Gewebeentnahme vom Gebärmutterhals) durchgeführt
(Altersstufe 15. - 44. Lebensjahr), 80% dieser Erkrankungen sind durch HPV
ausgelöst, bei Vorstufen zu Gebärmutterhalskrebs finden wir zu 100%
HPV-Infektionen.
Je jünger eine Frau ist und je mehr
Sexualpartner sie hat, desto höher ist ihr Risiko, eine HPV-Infektion
zu erwerben. Bildet sie körpereigene Antikörper, dann kann sie in 2/3
der Fälle das Virus abweisen. Aber ca 20% aller HPV-Infizierten bleiben
positiv, d.h. diese Frauen gehören in eine Risikogruppe, wenn das Virus
über Jahre nachzuweisen ist.
Konsequenz
Letztendlich
muss man sagen, dass alle sexuell aktiven Frauen ihr persönliches
Risiko mit einer kompetenten medizinischen Hilfe, z.B. der Frauenärztin
abschätzen sollten. Zur Zeit gibt es noch keine geltenden Richtlinien
der gynäkologischen Gesellschaften zur präventiven Vorgehensweise.
Nach
der aktuellen gynäkologischen Expertenmeinung sollte aber jede Frau
alle 2 - 3 Jahre einen (kostenpflichtigen) HPV-Test im Rahmen der
Vorsorge machen. Ist der Test negativ und der Vorsorge-Abstrich ein Pap
1 oder 2, wird sie mit großer Sicherheit in den nächsten 2 - 3 Jahren
nicht an Gebärmutterhalskrebs erkranken.
Ist der Test positiv,
dann sollte sicherheitshalber ein Jahr lang ein Vorsorgeabstrich im
Abstand von 3 Monaten erfolgen. Danach sollte jährlich der HPV-Test
wiederholt und der Pap-Abstrich halbjährlich kontrolliert werden.
Wie
schütze ich mich?
Wie eingangs gesagt wurde, schützt ein
Kondom beim Sex nur unzureichend vor einer HPV-Infektion. Wer wirklich
sicher sein will, muss über die seit Anfang 2007 zu Verfügung stehende
Impfung gegen Gebärmutterhalskrebs nachdenken.
Die
Impfempfehlung betrifft vor allem junge Frauen, die am besten vor dem
ersten Sexualkontakt geimpft werden sollten. Empfohlen wird die Impfung
allen jungen Mädchen ab 12 Jahren. Bis zum 18. Lebensjahr übernehmen
alle Krankenkassen die Kosten der Impfung.
Aber was ist mit
allen anderen Frauen? Auch hier gilt die Impfung als richtig und
wichtig, sogar wenn die Frau bereits eine nachgewiesene HPV-Infektion
mit einem der 4 Hochrisiko-Typen hat. Sie wird vor den anderen Typen
geschützt sein und die Viruslast des vorhandenen Virus wird sinken.
Die
Impfung ist kein Ersatz für die jährliche Krebsvorsorge, sondern
ergänzt deren Aussage.
Fazit
Die
praventive, also vorsorgende Maßnahme ist immer die richtige!
Wir
empfehlen wie die Ständige Impfkommision in Deutschland die Impfung
gegen HPV-Infektionen ab dem 12.Lebensjahr allen Mädchen und Frauen und
fordern sie zur jährlichen Vorsorge-Untersuchung auf.
Alle
Frauen, die älter als 18 sind, sollten über ihr persönliches Risiko
nachdenken und die Kosten von ca 500 € innerhalb eines halben Jahres
für 3 Impfungen nicht scheuen.
Für alle weiteren Fragen wenden
Sie sich bitte innerhalb meiner Sprechzeiten an mich oder meine
Assistentinnen. Wir beraten Sie zu Nutzen und Risiken der Impfung und
impfen Sie und ihre jungen weiblichen Verwandten (Töchter, Nichten,
Enkelinnen, Freundinnen) schnell und ohne lange Wartezeiten.
Bitte
nutzern Sie die Leistungern der Krankenkassen, informieren Sie auch
andere darüber, tauschen Sie Informationen aus!
Nur so
erreichen wir mehr Frauen und erzielen vielleicht in den nächsten
Jahren eine sinkende Krebsrate vor allem bei jungen Frauen!